QM Flughafenstraße

Bildungsnetzwerk plant Zeit nach Quartiersmanagement

Wie kann das Bildungsnetzwerk im Quartiersmanagement-(QM)-Gebiet Flughafenstraße weiterarbeiten, wenn das QM im Jahr 2027 endet? Darüber sprachen Fachleute aus Bildung, Jugend, Gesundheit sowie aus Bezirks- und Senatsverwaltung bei einem Workshop.

Viele Menschen stehen in einem Saal vor leeren Stuhlreihen und heben bei einer Übung die Arme. An den Stühlen stehen Taschen und Rucksäcke.
Beim Perspektivenworkshop berieten Fachleute, wie das Bildungsnetzwerk im Flughafenkiez nach dem Ende des QMs im Jahr 2027 weiterarbeiten kann. (Bild: Jens Sethmann)

Seit 20 Jahren arbeiten die Bildungseinrichtungen im Flughafenkiez eng zusammen. Bisher hat das QM-Team das Netzwerk zusammengehalten. Bei einem Perspektivenworkshop am 18. Juni 2026 ging es deshalb um die Frage, wie die Zusammenarbeit nach dem Ende des QMs weiter gestaltet werden kann. Rund 40 Fachleute aus lokalen Einrichtungen sowie aus Bezirks- und Senatsverwaltung kamen dafür im Jungen Tanzhaus Berlin zusammen.

Netzwerk blickt auf Erreichtes und offene Fragen

Zu Beginn zog Quartiersmanager Thomas Helfen Bilanz: In den vergangenen 20 Jahren wurden an fast allen Bildungsstandorten Bauvorhaben umgesetzt. Hinzu kamen neue Formen der Zusammenarbeit, etwa zwischen Grundschulen und Kitas oder im Rahmen der „Sanften Übergänge“ zum Albert-Schweitzer-Gymnasium. Auch die gemeinsame Nutzung von Gebäuden brachte neue Möglichkeiten, etwa die Nutzung des neuen Blueberry durch die Volkshochschule und die Stadtbibliothek.

Zugleich wurde deutlich, dass sich die Bedingungen verändern. In Nord-Neukölln sinkt seit einigen Jahren die Zahl der Kinder, während die Zahl der Jugendlichen noch bis in die 2030er Jahre wachsen wird. Zwar hat sich die Kinderarmut halbiert, doch nicht alle Einrichtungen spüren dies. Deshalb sprach sich Ülker Hanke, Leiterin der Kita Lucy-Lameck-Straße, für einen Bildungsverbund Flughafenstraße aus, da mit dem Ende des QMs eine zentrale Stelle für Austausch und Abstimmung wegfällt.

Beispiele von außen geben neue Anstöße

Für neue Anregungen hatte das QM-Team zwei Fachleute aus Hessen eingeladen. Welela Samson vom Stadtschulamt Frankfurt am Main stellte das Projekt „Bildungskommune“ vor, bei dem in vier Pilotstadtteilen Nutzerinnen und Nutzer von Bildungseinrichtungen beteiligt wurden, um Stärken und Lücken zu erkennen. Alexander Wicker vom Verein Büdinger Kreis berichtete über Demokratiewerkstätten, in denen Menschen moderiert über selbst gewählte politische Themen sprechen. Zurzeit gibt es 17 solcher Werkstätten.

Danach diskutierten drei Arbeitsgruppen über frühkindliche Bildung, über schulische und außerschulische Bildung sowie über Orte des lebensbegleitenden Lernens wie Volkshochschule, Stadtbibliothek und Musikschule. In der Schlussrunde ging es noch einmal um die Zukunft des Netzwerks. Deutlich wurde, dass es auch nach dem Ende des QMs eine Stelle braucht, die die Einrichtungen zusammenbringt, neue Ideen entwickelt und Fördermöglichkeiten kennt. Das Bildungsnetzwerk trifft sich erneut am 8. September 2026.