Im QM-Projekt „Partizipatives Klimakonzept für den Harzer Kiez“ erarbeiten die Büros „slapa & die raumplaner“ und „Landschaft planen + bauen“ gemeinsam mit der Nachbarschaft Vorschläge für ein klimafreundlicheres Wohnumfeld. Grundlage sind eine wissenschaftliche Analyse des Gebiets und die Erfahrungen der Menschen vor Ort. Das Projekt läuft bis ins Jahr 2027 und wird aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert.
Bei mehreren Terminen im Kiez wurden bereits Ideen aus der Nachbarschaft gesammelt. Auch am 13. Oktober 2026 stand das Projektteam mit einer Infotafel an der Ecke Treptower und Harzer Straße. Auf einer Karte konnten Interessierte markieren, wo Begrünung oder Schatten fehlen und wo sich bei Regen Wasser sammelt. „Eigentlich gibt es hier viele Bäume“, meint ein Anwohner mit Blick auf die Treptower Straße. Aber die Trockenheit sei ein großes Problem. Eine andere Teilnehmerin kritisierte zu viel Beton am Wildenbruchplatz.
Vor allem bei dem Termin am Wildenbruchplatz wurden unterschiedliche Interessen deutlich: Viele Anwohnende wünschen sich mehr Grün und sicher Radwege. Andere sorgen sich, dass Parkplätze wegfallen oder die Wohnkosten durch eine Aufwertung des Kiezes steigen. „An uns wurde auch vieles herangetragen, was nicht direkt zum Klimathema passt“, erzählt das Projektmitglied Ronja Senkpiel.
Um Möglichkeiten zu veranschaulichen, stellte das Team Beispiele aus anderen Bezirken vor. Begrünte Hauswände können die Umgebung kühlen und Tieren Nahrung und Lebensraum bieten, während unterirdische Regenwasserspeicher Wasser zurückhalten. Auch schattige Sitzplätze mit eingebautem Wasserspeicher sind denkbar. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen zeitgleich dazu beitragen, dass Menschen sich gern im Kiez aufhalten.
Welche Ideen vor Ort umsetzbar sind, wird mit dem Bezirksamt abgestimmt. Für das Jahr 2027 sollen mit kleinen Gruppen Beteiligungs-Workshops stattfinden. Ziel ist eine Sammlung kleinerer und größerer Maßnahmen. Kleinere Vorhaben könnten zügig umgesetzt werden, sofern eine Finanzierung gefunden wird. Schon jetzt können Interessierte ihre Beobachtungen und Vorschläge über die Online-Beteiligung auf der Website meinBerlin einbringen. Dort lassen sich Orte auf einer Karte markieren und drei Fragen zum heutigen und künftigen Klima im Kiez beantworten.