Die Grünfläche im Hinterhof der Biesentaler Straße 7 hat einen Bolzplatz, viel Grün und marode Spielgeräte. Außerhalb der unmittelbaren Nachbarschaft ist der Ort kaum bekannt. Trotz der Nähe zur Prinzenallee ist er ruhig, naturgeprägt und bei Eltern beliebt, weil nicht überfüllt.
Der Quartiersrat des QM-Gebiets Soldiner Straße/Wollankstraße beriet im Jahr 2024 mit, an welchen Orten Mittel aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ eingesetzt werden sollen, und setzte die Fläche auf die Liste der wichtigen Orte. Der Bezirk koordiniert die Umgestaltung, auch das Straßen- und Grünflächenamt ist eingebunden.
Bei diesem Vorhaben ist das Büro für Kinder und Jugendliche in Berlin Mitte (KJBM) ein wichtiger Partner: Die Kooperation zwischen Moabiter Ratschlags e. V. und Bezirksamt Mitte setzt sich dafür ein, dass Kinder- und Beteiligungsrechte im Bezirk umgesetzt werden. Nach Artikel 12 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen müssen Kinder in Angelegenheiten, die sie betreffen, gehört werden. Das gilt bereits, wenn die Idee besteht, einen Ort umzugestalten, an dem sich die Kinder aufhalten. Die Beteiligung läuft in drei Stufen, damit Ideen aller Altersgruppen Platz finden.
Am ersten Beteiligungstag teilten Kitagruppen, Grundschulklassen und Familien mit Kindern ihre Eindrücke. Mit Traumwelt-Erzählungen und sogenannten Kreativbrillen dachten die Kinder über ihren Wunschspielplatz nach. Auf die Frage, was sie hier am liebsten spielen, antworteten Kinder im Kita-Alter: Kellerasseln suchen. Eine Kitagruppe und Eltern wünschen sich Sauberkeit, Bereiche für Kleinkinder, funktionierende Spielgeräte und Toiletten für alle.
Eine Woche später waren ältere Kinder und Jugendliche dran, vor allem Besucherinnen und Besucher des Remise-Kinderjugendclubs, die den Platz täglich durchqueren. Sie antworteten meist über ein Onlineformular, zusätzlich führte das Team Gespräche. Alle Altersgruppen wollen einen moderneren Spielplatz mit einladendem Eingang und bessere Beleuchtung in den Wintermonaten.
Ein Landschaftsarchitekturbüro arbeitet die Wünsche nun in einen Entwurf ein. Erste Umbauarbeiten sind frühestens im Sommer 2027 zu erwarten.