Eine kostenlose Krabbelgruppe, Vorlesenachmittage und gemeinsame Mitmachaktionen: Die Kita Am Nettelbeckplatz in Berlin-Wedding geht mit ihrem Konzept einen neuen Weg. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bedarfe die Familien im Kiez haben und wie die Kita über den regelmäßigen Kitabetrieb hinaus unterstützen kann. Gefördert wird das Vorhaben „Familienraum Kiez" aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“.
Kita-Sozialarbeiterin Johanna Müller begleitet diesen Prozess und treibt ihn aktiv voran. Sie erklärt „Kita-Sozialarbeit bedeutet für mich vor allem, Verbindungen zu schaffen – zwischen den Familien, aber auch zwischen der Kita und dem Quartier.“ Die Kita versteht sich dabei als Anlaufstelle, auch über den normalen Betrieb hinaus, indem die Angebote allen Familien aus dem Quartier offenstehen, unabhängig davon, ob ihre Kinder die Kita bereits besuchen. Das Team vermittelt zudem bei Bedarf Kontakte zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten im Kiez und setzt auf offene Angebote, um Familien früh anzusprechen, die Sprachbildung der Kinder zu stärken und Hemmschwellen gegenüber Einrichtungen zu senken.
Den Auftakt macht eine offene Krabbelgruppe, die einmal wöchentlich stattfindet. Eltern mit kleinen Kindern können ohne Anmeldung vorbeikommen und andere Familien kennenlernen. In Zukunft sind weitere Angebote geplant: Vorlesenachmittage, bei denen Eltern Geschichten in ihren Muttersprachen vorlesen, kreative Mitmachaktionen für Kinder und Erwachsene sowie eine gemeinsame Begrünung des Kita-Hofs. Langfristig soll dieser auch nachmittags für Familien aus der Nachbarschaft offenstehen. Bereits heute gehören Elterncafés, Sommerfeste und Tage der offenen Tür zum Alltag der Einrichtung.
Auch eigene Ideen sind ausdrücklich erwünscht. Familien können sich beim Vorlesen, bei Aktionen oder bei Festen ehrenamtlich einbringen und die Angebote mitgestalten. Das Team freut sich über alle, die vorbeikommen und ins Gespräch kommen möchten. „Wir wünschen uns, dass die Kita nicht nur ein Ort für Kinder ist, sondern ein Ort, an dem sich Familien begegnen und den sie gemeinsam mit Leben füllen“, sagt Johanna Müller.