Mehr als 100 Menschen aus ganz Deutschland nahmen an der Onlineveranstaltung des ZKAs teil. Das Zentrum unterstützt Städte und Gemeinden dabei, sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praktische Lösungen, die sowohl dem Klima als auch dem sozialen Zusammenhalt gerecht werden. Vorgestellt wurden Beispiele aus Hochschulen, Kommunen und Nachbarschaftsprojekten.
Ein Beispiel aus dem Soldiner Kiez war das QM-Projekt „Klima im Kiez 2.0“. Gloria Nguyen vom QM Soldiner Straße/Wollankstraße erläuterte, wie gemeinsam mit Anwohnenden ermittelt wird, was im Quartier gebraucht wird und welche Projekte daraus entstehen. Zentrale Maßnahmen: grüne und kühle Orte im öffentlichen Raum schaffen. Außerdem soll jedes Jahr mindestens eine Aktion aus dem Aktionsfonds des QMs zum Klimaschutz beitragen.
Zum Projekt gehört der solidarische Lehrgarten ElisaBeet auf dem St. Elisabeth-Friedhof an der Wollankstraße. Der Garten entstand, nachdem sich Anwohnende mehr Erholungsorte und einen Gemeinschaftsgarten gewünscht hatten. Dort geht es neben Umweltbildung auch um Fragen des Alltags: Woher kommen Lebensmittel und wie kann eine klimagerechte Ernährung aussehen?
Bei Kiezmessen, Spielstraßen und dem Parking Day, einem Aktionstag zur alternativen Nutzung von Parkplätzen, werden Baumscheiben bepflanzt und Smoothies aus gerettetem Gemüse zubereitet. Weitere Kooperationen gibt es unter anderem mit „Kochen und Kultur“ und Jugendzentren. Die Angebote sind kostenlos und an die Bedürfnisse im Quartier angepasst.
Nach der Vorstellung des ElisaBeets konnte das Publikum Fragen stellen. Von besonderem Interesse war, wie Menschen erreicht werden, die wenig oder kein Deutsch sprechen. Die Verantwortlichen des ElisaBeets arbeiten deshalb an Angeboten in weiteren Sprachen. Dafür braucht es Zeit und Menschen, die in den jeweiligen Gemeinschaften gut verankert sind.
Auch eine mögliche „grüne Gentrifizierung“ wurde diskutiert. Gemeint ist, dass ein schöneres und grüneres Wohnumfeld zu steigenden Mieten und zur Verdrängung der bisherigen Bewohnerschaft führen kann. Nach Einschätzung der Beteiligten unterscheiden sich kleine Maßnahmen wie bepflanzte Baumscheiben und klimaangepasste Pflanzen von großen städtischen Aufwertungsprojekten.
Als besonders wichtig für grüne Bildung und Vernetzung im Kiez erwiesen sich Essen, Pflanzen und Mitmachmöglichkeiten.