QM Soldiner Straße

Nachbarschaft führt Spielstraßen im Kiez weiter

Engagierte aus dem Quartiersmanagement-(QM)-Gebiet Soldiner Straße/Wollankstraße organisieren nach dem Förderende weiterhin temporäre Spielstraßen im Kiez. Ende September 2026 genossen Familien zum letzten Mal das Spielen auf der Autofreien Straße.

Kinder und Erwachsene spielen zwischen bunten Kreidezeichnungen und Pylonen auf einer Pflasterstraße.
Engagierte im Soldiner Kiez organisieren die Spielstraßen nach dem Ende der Förderung aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ ehrenamtlich weiter und schaffen Raum für Begegnungen. (Bild: Andrei Schnell)

Fünf Jahre lang wurden die temporären Spielstraßen im Soldiner Kiez über das QM-Projekt „Alles rollt“ aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ finanziert. Als die Förderung Ende 2025 planmäßig auslief, übernahm eine kleine Gruppe aus der Nachbarschaft die ehrenamtliche Organisation. Der bisherige Projektträger Stiftung Freizeit stellte dafür die wichtigen Informationen zusammen und gab sie weiter. So führen Engagierte das zuvor geförderte Angebot eigenständig fort.

Zwischen Masken und Musik die Straße erobern

Auch am 22. September 2026 organisierte die Gruppe einen Spielnachmittag: Zum berlinweiten Aktionstag der temporären Spielstraßen wurde ein Abschnitt der Freienwalder Straße für einen Nachmittag gesperrt. Es war die letzte Spielstraße der Saison. Einige Autos waren nicht rechtzeitig weggefahren worden. Dennoch blieb reichlich Platz zum Spielen. Auf die Frage eines Kindes, warum sie das mache, erklärte eine Mitorganisatorin: „Damit die Straße nicht immer nur von Autos genutzt wird, sondern auch zum Spielen verwendet werden kann.“

Verschiedene Einrichtungen und Projekte beteiligten sich mit Angeboten zum Mitmachen. Das MüllMuseum Soldiner Kiez legte am Friedhofseingang Kostüme und Masken für Kinder und Erwachsene zum Verkleiden bereit. Daneben wurde mit Instrumenten aus dem QM-Projekt „Straßentheater Lauter Müll“ gemeinsam musiziert.

Beim Kräutermörsern und Radeln zusammenkommen

Wenige Schritte weiter hatte das Projektteam von „Essbare Straße“ aus dem benachbarten QM-Gebiet Brunnenstraße getrocknete Kräuter und Gemüse mitgebracht. Daraus stellten Kinder im Mörser Salzmischungen her – nach Rezept oder eigenen Ideen. Besonders beliebt war das Regenbogensalz mit fast allen mitgebrachten Kräutern.

Auch beim QM-Projekt „Klima im Kiez 2.0“ konnten Kinder Lebensmittel selbst zubereiten. Sie stellten Obstteller zusammen und bereiteten Smoothies zu. Besonderer Spaßfaktor: Der Mixer wurde durch die Nutzung eines Fahrrades angetrieben. Das machte so viel Spaß, dass bald mehr Kinder Getränke herstellen als trinken wollten. Die Nachbarschaft kommt gern zusammen: Helfende Geschwister, verkleidete Kinder und sich unterhaltende Mütter und Schwestern sieht man überall.

Nun beginnt die Winterpause. Im Jahr 2027 wollen die Ehrenamtlichen die Spielstraßen fortsetzen. Wer selbst eine Initiative starten möchte, findet im Leitfaden der Stiftung Freizeit Hinweise zur Vorbereitung und Organisation.