Wer mag nicht sonnengereifte süße Tomaten? Frisch zubereitet als Salat mit Zwiebeln oder als fruchtige Soße zu Pasta? Problem: So sehr wir Tomaten mögen, so sehr stellen Regen und Feuchtigkeit für Tomaten ein ernsthaftes Problem dar, da sie Braunfäule erzeugen. Daher gilt es, besonders anfällige Pflanzen wie Tomaten vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Überdachung im Gemeinschaftsgarten Rollberg Paradise wurde dank einer Kooperation zwischen Fixpunkt gGmbH, der Evangelischen Hochschule Berlin und dem Garten umgesetzt.
Fixpunkt gGmbH ist schon lange mit einem Peer-Projekt im Garten verortet, das Menschen mit substanzbezogenen Suchterfahrungen eine Beschäftigung bietet und ihnen so hilft, ihrem Alltag wieder eine feste Struktur zu geben. Die Teilnehmenden säubern die angrenzenden Grünflächen und helfen im Garten beim Gießen oder Kompost-Umschichten. Von April bis Juli 2026 hat die Gruppe sich nun mit Studierenden der Sozialen Arbeit der Evangelischen Hochschule Berlin zusammengetan, um einen Regenschutz für die empfindlichen Tomatenpflanzen zu bauen. Das Vorhaben lief unter dem Titel „Gemeinsam Stadtnatur gestalten – Partizipativ soziale Teilhabe praktisch und wissenschaftlich erproben“ und sollte Studierenden praxisnah vermitteln, wie niedrigschwellige Suchthilfe gestaltet werden kann.
Die Arbeit in den Gärten als „Orten der Schönheit“ wirkte positiv auf die Teilnehmenden. Man kann die Hektik der Stadt vergessen, sich ganz anderen Aufgaben widmen, die Natur gibt die Geschwindigkeit vor. Robert Lager, der das Projekt bei Fixpunkt betreut, meint: „Durch den regelmäßigen Austausch, der ganz nebenbei bei der Arbeit entsteht, „wächst Verständnis füreinander. Und du merkst, dass da gar nicht so viel Trennendes zwischen euch liegt. Die Gemeinschaftserfahrung ermöglicht den Suchtkranken soziale Einbindung, Anerkennung und Selbstwirksamkeit.“
Doch es gab auch leise Kritik: Die Förderungen seien zu gering, die Projektlaufzeiten oft zu kurz angesetzt. Dies gefährde die Nachhaltigkeit der Ergebnisse. Projekte, in denen es um menschliche Beziehungen geht, sollten daher möglichst schnell in eine Regelfinanzierung übergehen, sonst verschenke man deren nachhaltige Wirkung. Umso wichtiger seien Projekte wie dieses. Denn eines sei ganz klar: Es brauche mehr „grüne Oasen in der Stadt“, die als „Orte der Ruhe“ einen Gegenpol zum sonst äußerst stressigen Alltag der suchtkranken Menschen bieten können.
Der Betrieb des Gemeinschaftsgartens Rollberg Paradise wird gefördert aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“.