Soziale Stadt

10. Quartiersrätekongress

Am 23. November 2018 war es wieder so weit – die Quartiere kamen im Abgeordnetenhaus zusammen und sprachen mit der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, über die Zukunft der „Sozialen Stadt“.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Quartiersrätekongresses im Abgeordnetenhaus. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Quartiersrätekongresses im Abgeordnetenhaus. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Ausstellung im Foyer des Abgeordnetenhauses. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Ausstellung im Foyer des Abgeordnetenhauses. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Diskussionsrunde moderiert von Mitri Sirin. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Diskussionsrunde moderiert von Mitri Sirin. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Die Bilanz von 20 Jahre Quartiersmanagement visualisiert. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Die Bilanz von 20 Jahre Quartiersmanagement visualisiert. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Staatssekretär für Wohnen, Sebastian Scheel. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt
Staatssekretär für Wohnen, Sebastian Scheel. Foto: Dominique Hensel, Soziale Stadt

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Wie soll sich das Berliner Quartiersmanagement weiterentwickeln? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 10. Quartiersrätekongresses am 23. November 2018 im Plenarsaal. Ehrenamtliche Quartiersräte und Aktionsfondsjurys aus den 34 Berliner Quartiersmanagement-Gebieten tauschten sich im Abgeordnetenhaus mit Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, und mit Vertretern aus Politik und Verwaltung über Stärken und Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung des Förderprogramms „Soziale Stadt“ aus. Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, wünschte den Anwesenden viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in den Quartieren.

20 Jahre Quartiersmanagement

Angesichts des bevorstehenden Jubiläums des Berliner Quartiersmanagements im März 2019 wurde bereits vor einem Jahr mit einer umfangreichen Reflexion auf die vergangenen 20 Programmjahre begonnen. Der diesjährige Quartiersrätekongress widmete sich thematisch der 20-jährigen Bilanz und den Perspektiven des Programms. Unter der Überschrift „Reflexion: 20 Jahre Quartiersmanagement – und wie weiter?“ wurden zwölf Thesen vorgestellt, die den intensiven Reflexionsprozess widerspiegeln.

Senatorin Katrin Lompscher präsentierte das Thesenpapier. „Die Struktur mit den Quartiersräten und den Aktionsfondsjurys hat sich bewährt. Die Quartiersmanagementteams in den Kiezen sind als Bindeglied zwischen Bürger und Verwaltung wichtig“, resümierte die Senatorin. Allerdings dürfe man auch keine überzogenen Erwartungen an das Förderprogramm haben: Bei den Themenfeldern Wohnen und Mieten sowie Wirtschaft käme es an seine Grenzen.

„Bisher gelingt es uns zum Beispiel gut, den öffentlichen Raum aufzuwerten, soziale Infrastruktur zu qualifizieren und innovative Projekte ins Leben zu rufen“, sagte sie. „Es bleibt weiterhin Aufgabe des Programms, eine breite Bewohnerschaft zu beteiligen, insbesondere unterrepräsentierte Gruppen“. Insgesamt könnten, so haben es überwiegend auch die Quartiersräte in den Befragungen bestätigt, mit dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ in Berlin viele positive Effekte zur Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts erzielt werden.

Katrin Lompscher bezeichnete die „Soziale Stadt“ als lernendes Programm, das sich immer wieder weiterentwickelt, aber auch dauerhafte Veränderungen in der Stadt bewirkt, z.B. beim ressortübergreifenden Arbeiten der Verwaltung.

Für das bürgerschaftliche Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der lokalen Akteure in den Quartiersräten ist die Rahmengeschäftsordnung die Grundlage ihrer Arbeit. Auf Wunsch der Quartiersräte wurde diese Geschäftsgrundlage in einem breiten Beteiligungsprozess und mit vielen Änderungsvorschlägen seit August 2018 überarbeitet.

Beim Quartiersrätekongress stellte sich heraus, dass es hinsichtlich der Rahmengeschäftsordnung noch weiteren Beteiligungsbedarf gibt. Um weitere Ideen und Wünsche von Quartiersräten aufnehmen zu können, verlängerte Senatorin Katrin Lompscher die Frist für Rückmeldungen zur Rahmengeschäftsordnung bis zum 7. Dezember 2018.

Austausch und Diskussion

In der anschließenden Austausch- und Diskussionsrunde, die von Mitri Sirin moderiert wurde, entstanden weitere Anregungen für die Arbeit in den Quartieren. So wurde von mehreren Diskussionsteilnehmern eine stärkere Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements der Quartiersräte gewünscht – ob durch weitere Verleihung der Berliner Ehrenamtskarte oder durch finanzielle Beiträge aus dem regulären Haushalt. Weiterhin wurde eine stärkere Einbeziehung von lokalen Initiativen in die Quartiersarbeit und die Einrichtung eines Kinder-Quartiersrats angeregt.

Im Anschluss an den offiziellen Teil des 10. Quartiersrätekongresses nutzten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, mit Quartiersräten und Quartiersmanagement-Teams aus anderen Stadtteilen ins Gespräch zu kommen. Sie tauschten sich über ihre Erfahrungen und über kleine und große Wünsche für das Berliner Quartiersmanagementverfahren aus. Im kommenden Jahr wird aber zunächst, so versprach Senatorin Katrin Lompscher, der 20. Geburtstag des Programms richtig gefeiert wird. „Das haben alle Beteiligten verdient“, sagte die Senatorin.